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DIALOGUE

(Ausschnitte)

Psychologisch gesehen kann gesagt werden, dass unsere Gedanken abseits ihrer Ausdrucksweise in Worte einfach eine vage, formlose Masse sind. Philosophen und Linguisten haben schon immer zugestimmt, dass wir ohne Zeichen nicht in der Lage wären, irgendeine Idee auf klare und konsistente Weise zu differenzieren. An sich gleicht der Gedanke einer wirbelnden Wolke, in der keine Form intrinsisch determiniert ist. Keine Ideen sind im Voraus etabliert und nichts ist deutlich erkennbar, bis die sprachliche Struktur eingeführt wird. Wenn diese beiden kombiniert werden, entstehen Ausdruck und Kommunikation für uns und unsere Mitmenschen.

Aus diesen Gedanken entstehen Wahrnehmungen von uns selbst, unserem Leben, dem, was gekommen ist und dem, was in unserer Zukunft kommen mag. Wir reflektieren manchmal über diese Erinnerungen oder Ideen und denken über Dinge nach, die niemals passiert sind, Entscheidungen, die uns anderswohin in unserem Leben hätten führen können, und jene Möglichkeiten, die wir verloren haben. Aber sind sie wirklich für uns verloren oder nur in unserem Geist? Unsere Wahrnehmungen lassen uns glauben, dass diese Ereignisse, diese anderen Leben, tatsächlich verloren sind, aber wenn wir auf unsere Realitäten schauen, gibt es keinen Weg, wie sie verloren sein könnten; sie sind einfach nie passiert. Sie sind nur flüsternde Gedanken.

Dieses Stück, Dialog, ist eine Zusammenfassung dieser Ideen, ausgedrückt in einem vielfältigen Performance-Format. Wir bringen zwei Tänzer aus verschiedenen Kulturen zusammen, die beide Dinge in sich gewonnen und verloren haben. Dann geben wir ihnen ihre Sprachen, ihre Methoden, um all diese Gedanken, die sie enthalten, auszudrücken. Tanz ist natürlich ihre erste Methode, aber nicht nur die beiden Tänzer interagieren, auch ihre Tanzstile kombinieren und sprechen. Sie unterhalten sich als Menschen nicht nur miteinander, sondern involvieren ihre Requisiten, das Publikum und auch die Projektion an der Wand, indem sie alle ihre Sinne und Bewegungen einsetzen, um diesen Dialog der Gedanken zu vermitteln und zu erleben. Diese umfassende Erfahrung wird dann mit allen geteilt, die zuschauen und selbst erleben.

Choreografen und Darsteller: Constantin Georgescu und Shang-Jen Yuan 袁尚仁

Video-Designer: Constantin Georgescu

Musik: When The Night Has Come und Grace Bit von Jonas Wiese, Stand By Me von Ben E. King, Jerry Leiber und Mike Stoller

Produzenten: Hsiao-Me Ho 何曉玫 und Meimage Dance

In Zusammenarbeit mit 41 Interior Architectural 四一玩作

Premiere im New Choreographer Project 鈕扣計畫 im Eslite Exhibition / Performance Hall in Taipeh, Taiwan im Jahr 2013.

© Terry Lin

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